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dr-rauber-aus-der-chronik-von-freeman-eales
„Zu der verabredeten Stunde führte man Rauber in Abd-ru-shins Privatwohnung. Diese befand sich in einem freundlichen Tiroler Landhaus. Die Einrichtung des Arbeitszimmers des HERRN war gediegen und geschmackvoll.
Der Besucher sah sich einem mittelgroßen, glattrasierten vornehmen Mannestyp
gegenüber mit ernster, hoheitsvoller Prägung. Dem Alter nach durfte er so etwa Ende fünfzig gewesen sein. Sein beinahe jugendliches Temperament fiel besonders auf. Die Unterhaltung verlief ungezwungen und von Beginn an in gutem Fluß.
Abd-ru-shin war dabei so angeregt, daß er im Zimmer hin und her ging, und Rauber war von der Aussprache so gefesselt, daß er fast vergaß, sich einem Lichtgesandten gegenüber zu befinden; wickelte sich doch alles in voller Natürlichkeit ab, ohne eine Spur von Mystik. Wie im Fluge vergingen die ersten drei Stunden Unterhaltung mit dem Gottessendling. Sie hinterließen bei Rauber den tiefsten Eindruck.“
…..
„Er sah ein, daß ein geistig verpfuschtes vertrödeltes und vergeudetes Leben hinter ihm lag. Nun kamen Scham und Reue über ihn, wie nie zuvor. „Ändern, ändern, gutmachen und von Grund auf neu anfangen, neu beginnen!“ so schrie es mit lauter Stimme in ihm.
Rauber war tief erschüttert. Tränen flossen über seine Wangen, Tränen tiefster Reue, und seine Kehle war wie zugeschnürt. Seelischer Schmerz über seelische Schuld!“
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